Roland Alpha Juno 2 -Reparatur-

Vorgeschichte:

Ein Freund von mir hat sich einen Alpha Juno2 zugelegt, wie immer, gebraucht bei EBay! Das Erscheinungsbild war super (Nichtraucherstudio), aber mit der Klangerzeugung stimmte irgendwas nicht! Da war die Freude natürlich gleich wieder dahin....

...aber was soll's, die Liebe macht keinen Halt vor Synthesizern und eine Reklamation ist auch immer Stress! Bei den weiteren Tests stellte sich dann schnell heraus, daß mit dem Filter irgendwas nicht stimmt!

Also den Synth wieder eingepackt und zur Reparatur geschickt! Nach einer Reparaturzeit von 6 Monaten(!!!), nur zwei Filterchips wurden gewechselt, stand der Roland wieder im Studio und jetzt funktionierte er schon wieder nicht richtig. Diesmal kam es auch zu kompletten Aussetzern, bis zum kompletten Ausfall des Ausgangssignal's!

Mein Freund war jetzt komplett genervt und zusätzlich auch um einige Euro ärmer!

Bei einem spontanen Besuch wurde mir die Leidensgeschichte erzählt, und da war auch schon mein Interesse geweckt! Ich habe den Alpha Juno 2 direkt zur Kontrolle/Reparatur mitgenommen! Zu verlieren gab es sowieso nichts mehr!

Test/ Fehlersuche:

Als erstes wurde der Synth mit Spannung versorgt, Audiokabel angeschlossen und ein paar Tasten gedrückt. Null Ausgangssignal, Display usw. funktionierten aber einwandfrei. Also wurde der zweite Schritt eingeleitet, alle Schrauben entfernt und der Synthesizer geöffnet. Bei der ersten Sichtkontrolle waren keine Auffälligkeiten vorhanden gewesen, keine Brandspuren, keine losen Stecker und auch sonst war nichts Negatives zu entdecken!. Beim nächste Schritt wurde eine Kontrolle der Betriebsspannung durchgeführt, am Netzteil waren aber alle Spannungen (+15V, -15V, und +5V) vorhanden!

Jedoch beim Messen der negativen Versorgungsspannung auf der Hauptplatine war Diese nur teilweise vorhanden. Die VCF's hatten z.B. keine negative Betriebsspannung obwohl diese am Stecker noch vorhanden war. Zur weiteren Analyse wurde die Hauptplatine komplett ausgebaut und da war schnell klar was die Ursache für den Defekt und die Probleme war !!!

Bild 1
Bild 2

Durch den unsachgemäßen Einbau der Platine, schief und verkanntet, hatte eine Blechhalterung (Bild 2) Kontakt mit dem negativen Versorgungspin eines Operationsverstärker(siehe Bild 1). Aber warum ist die Versorgungsspannung nur (noch) teilweise auf der Hauptplatine messbar?

Bild 3

Nach intensiver Suche war die "Unterbrechung" gefunden und die war leider genau unter zwei Elko's (siehe Bild 3)! Also nicht auf den ersten Blick zu erkennen, aber nach dem Messen mit dem Durchgangsprüfer eindeutig identifiziert.

Jetzt war eigentlich Alles klar, Fehler gefunden und es konnte mit der Reparatur begonnen werden.

Weitere Defekte waren natürlich nicht ausgeschlossen.

Warum die Unterbrechung genau unter den Elko's liegt, könnte daran liegen das die Elko's schon den "Inhalt" ausgeblasen haben und damit die Leiterbahn geschädigt haben. Das ist aber nur eine Verdacht!!! Da die Elko's sowieso gewechselt werden sollen, ist dieses Problem (schlechte Elko's) auch schon mit erledigt.

Fehlerbeseitigung:

Nach dem Entfernen der zwei Elko's lag die "Brandstelle" frei (Siehe Bild4).

Bild 4

Wie man schön sieht, ist unter dem linken Elko ein tiefer Krater entstanden! Aber auch unter dem rechten Elko sieht es nicht gut aus, hier könnte der Elko auch z.B. durch die starke Erwärmung beim Kurzschluß, beschädigt worden sein. Wie schon oben beschrieben ist es also nicht ganz klar was zuerst defekt war, vielleicht haben die defekten Elko's die Leiterbahn beschädigt und deshalb ist hier die schwächste Stelle gewesen.

Aber kein weiß es genau und das ist auch egal!

Jetzt konnte erstmal gründlich gereinigt werden. Mittels eines kurzen Drahtstücks wurden die "Leiterbahn-Stummel" wieder miteinander verbunden.

Bild 5

Das sieht nicht sehr schön aus, aber es handelt sich um eine solide elektrische Verbindung, die einen guten Ersatz für die original Leiterbahn darstellt. Hier wurde auch gleich die komplette Leiterbahn überbrückt, da die zweite Schwachstelle in der Leiterbahn auch eine Fehlerquelle darstellen kann!

Da die neue "Verbindung" unter den neuen Elko's liegt, ist diese auch später fast nicht mehr zu sehen. Das original getreue Innenleben des Alpha Junos wird also nicht verschandelt.

Noch zwei neue Elkos verbaut! Es handelte sich um 2x 4.7uF/25V Typen, die in diesem Fall durch 4.7uF/50V ersetzt wurden! Fertig! (Siehe Bild 6)

Hat nicht einmal 3 Minuten gedauert!

 
Jetzt die Platine wieder eingesetzt, darauf geachtet das diesmal es zu keinem Kurzschluß kommt. Das Gerät geschlossen, die Unmengen von Schrauben wieder eingeschraubt und das war es!

Kleine Ursache, große Auswirkungen!!!!!

 

 

 

 

 

Dieser Artikel soll zeigen das es fast Nichts gibt was sich nicht reparieren läßt. Es wurde lediglich ein einfaches Multimeter verwendet. Die Kosten für die zwei Elkos sind auch unerheblich, und mit einer Stunde Zeitaufwand war das auch kein großes Problem.


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